Ein Beruf mit vielen Facetten

Als ich 1986 mit meiner Ausbildung zur Logopädin begann, kannte kaum jemand den Begriff Logopädie. Auch heute herrscht noch häufig Unklarheit darüber, was ein Logopäde genau macht. Dies ist darin begründet, dass es den Beruf erst seit 100 Jahren überhaupt gibt. Logopädie behandelt alle Krankheitsbilder, die rund um die Themen Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken entstehen.

Viele sind der Meinung, dass Logopädie hauptsächlich bei Kindern gemacht wird. Dies ist jedoch nicht der Fall:

Es kann bereits bei Säuglingen angezeigt sein, mit Logopädie zu beginnen, sofern eine Störung des Trinkens oder des Fütterns vorliegt. Ansonsten kann sich die Notwendigkeit durch alle Altersgruppen ziehen und bis ins hohe Alter vonnöten sein. Gerade im Bereich der Geriatrie wird Logopädie sehr häufig verordnet, wenn der Schluckakt durch muskulären Abbau im Alter oder gar durch eine Demenz beeinträchtigt wird.

Natürlich sind sehr viele Therapien im Kindesalter während der Sprachentwicklung erforderlich. Andererseits können z.B. Stimmstörungen jederzeit anfallen und auch neurologische-, oder Krebserkrankungen beschäftigen uns Logopäden sehr.

Häufig gestellte Fragen

Fragen und Antworten

Die Therapie muss von einem Arzt verordnet werden. Je nach Störungsbild ist dafür zum Beispiel der Kinderarzt, Neurologe, HNO-Arzt zuständig. Aber auch der Hausarzt kann die Therapie verordnen, wenn ihm die notwendigen medizinischen Unterlagen vorliegen.

Logopädie wird von den Krankenkassen voll bezahlt. Für Kinder ist keine Zuzahlung erforderlich. Erwachsene müssen 10 Prozent der Therapie und pro Rezept 10 € Rezeptgebühr selbst tragen, sofern sie nicht von der Zuzahlung befreit sind.

Dies ist abhängig vom Störungsbild und der jeweiligen Heilmittelnummer. Bei Kindern gibt es in der Regel die Nummer SP1 uns hierfür sind bis zu 60 Sitzungen vorgesehen. Danach muss eine Pause von 3 Monaten eingelegt werden, oder es kommt zur Verordnung außerhalb des Regelfalls.

Die Therapie finden in der Regel einmal wöchentlich statt. Bei schwerwiegenden oder sehr akuten Störungsbildern können auch mehrere Sitzungen in der Woche nötig sein.

Zunächst wird vom Logopäden ein ausgiebiges Diagnostikverfahren durchgeführt, um den Stand des Patienten genau zu ermitteln und daraus ein individuelles Therapieverfahren abzuleiten. Aus den zur Verfügung stehenden Therapiemethoden wird dann die Therapie auf den Patienten genau abgestimmt. Therapien bei Kindern finden immer sehr spielerisch statt, um die Kinder zu motivieren und daraus Sprechfreude und Mitarbeit zu gewinnen. Eine logopädische Therapie sollte immer positiv gestaltet sein und dem Patienten Erfolgserlebnisse vermitteln.

Bei schwerwiegenden Krankheiten, die den Patienten nicht mobil sein lassen, kommt der Logopäde natürlich ins Haus.

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